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Innenausbau

Innendämmung mit Platten: Dämmstoffe für die Innendämmung

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2026
Lesedauer: 20 Minuten
© archideaphoto / istockphoto.com

Eine Innendämmung mit Platten kann eine sinnvolle Lösung sein, wenn die Außenfassade nicht gedämmt werden kann oder soll. Dafür stehen verschiedene Dämmstoffe zur Verfügung, die sich unter anderem in ihrer Dämmleistung und ihrem Umgang mit Feuchtigkeit unterscheiden. Besonders im Altbau und bei Fachwerk muss das Dämmsystem auf die vorhandene Wandkonstruktion abgestimmt sein, damit Feuchtigkeit sicher reguliert und das Risiko von Schimmelbildung möglichst gering gehalten wird. Entscheidend für die Planung sind daher vor allem die Wahl der passenden Dämmplatten, die Frage nach einer möglichen Dampfbremse sowie die zu erwartenden Kosten.

Alles auf einen Blick:

  • Kalziumsilikatplatten, Mineralschaumplatten, Holzfaserdämmplatten und Hartschaumplatten decken die gängigen Systeme für die Innendämmung ab.
  • Kapillaraktive Dämmstoffe wie Kalziumsilikat und Mineralschaum können begrenzt Feuchtigkeit aufnehmen, verteilen und bei geeigneten Bedingungen wieder zur Raumseite abgeben. Sie regulieren also Feuchtigkeit selbstständig und benötigen keine separate Dampfbremse beim Dämmen.
  • Im Altbau und Fachwerk eignen sich vor allem diffusionsoffene und kapillaraktive Platten als Dämmmaterial, da sie leichte Nässe aufnehmen und wieder abgeben. Das kann das Schimmelrisiko reduzieren.
  • Das BAFA fördert die Innendämmung mit 15 Prozent Zuschuss, wobei sich die Förderung unter bestimmten Voraussetzungen sogar noch aufstocken lässt.

Wann ist eine Innendämmung mit Dämmplatten sinnvoll?

  • denkmalgeschützte Fassaden nach Absprache mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde
  • Gebäude mit Grenzbebauung
  • sichtbares Fachwerk am Haus
  • Wohnungen, in denen der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft beim Haus keine Außendämmung umsetzt

Eine Außendämmung hält das Mauerwerk warm, kann die Gebäudehülle weitgehend lückenlos umschließen und reduziert viele Wärmebrücken. Ist eine Außendämmung aber nicht möglich, kann eine fachgerecht geplante Innendämmung mit dem richtigen Dämmmaterial den Wärmeschutz der Außenwand deutlich verbessern. 

Warum ist die Wärmebrückenplanung bei einer Innendämmung so wichtig?

Die Wärmebrückenplanung ist bei einer Innendämmung so wichtig, weil Wärmebrücken an Fensterlaibungen, Deckenanschlüssen und einbindenden Innenwänden trotz gedämmter Wand zu kalten Oberflächen führen können, an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt und dadurch Schimmel oder verdeckte Feuchteschäden hinter der Dämmung entstehen können. Ungedämmte Vollziegelwände in Altbauten erreichen, immer abhängig von Wanddicke, Ziegelqualität und Putzaufbau, häufig U-Werte von etwa 1,5 bis 2,0 W/(m²K). Eine acht Zentimeter starke Mineralschaum-Innendämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 0,040 W/(mK) kann den U-Wert beispielhaft auf etwa 0,37 bis 0,46 W/(m²K) senken. Der tatsächlich erreichbare Wert muss jedoch stets für den vorhandenen Wandaufbau berechnet werden. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass die Oberflächentemperatur auf der gedämmten Raumseite steigt. Das verbessert den Wohnkomfort und reduziert auf der gedämmten Wandfläche das Risiko hoher Oberflächenfeuchte und damit von Schimmel. Bei Innendämmungen ist eine sorgfältige Planung besonders wichtig, denn Fensterlaibungen, einbindende Innenwände, Geschossdecken und andere Wärmebrücken müssen konstruktiv berücksichtigt werden, damit sich an diesen Bereichen keine kritischen Oberflächenfeuchten oder Feuchteschäden hinter der Dämmung bilden.


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Welche Dämmplatten eignen sich für die Innendämmung?

  • Kalziumsilikat- und Mineralschaumplatten bieten sich besonders an, wenn Feuchtigkeit innerhalb der Konstruktion reguliert werden soll.
  • Holzfaserdämmplatten sind vor allem für diffusionsoffene Wandaufbauten interessant und punkten zusätzlich mit guten Eigenschaften beim sommerlichen Wärmeschutz.
  • Hartschaumplatten erreichen hingegen bereits bei vergleichsweise geringer Dicke eine hohe Dämmwirkung und eignen sich deshalb insbesondere dort, wo möglichst wenig Wohnfläche verloren gehen soll.
VORSICHT
Hartschaumplatten ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Materialien wie EPS, XPS, PUR/PIR und Resol.

Wie unterscheiden sich die Dämmstoffe bei einer Innendämmung mit Platten?

EigenschaftKalziumsilikatplattenMineralschaumplattenHolzfaserdämmplattenHartschaumplatten
Wärmeleitfähigkeit in W/(mK)0,050 bis 0,0700,040 bis 0,0470,038 bis 0,055je nach Werkstoff 0,022 bis 0,040
Kapillaraktivität
  • sehr hoch
  • hoch
  • produkt- und systemabhängig
  • meist geringer als bei Kalziumsilikat und Mineralschaum
  • praktisch nicht vorhanden
Feuchteverhalten
  • sehr hohe Feuchteaufnahme
  • kann Feuchte kapillar aufnehmen, verteilen und bei geeigneten Bedingungen wieder abgeben
  • kann Feuchtigkeit kapillar aufnehmen, weiterleiten und wieder abgeben
  • kann Wasserdampf aufnehmen
  • ist jedoch nicht mit hoch kapillaraktiven Mineralsystemen gleichzusetzen
  • nimmt nur sehr wenig Feuchtigkeit auf
  • wirkt meist als Dampfbremse, abhängig vom Werkstoff und vom Plattenaufbau
Brandschutz
  • nicht brennbar
  • oft Euroklasse A1
  • nicht brennbar
  • meist Euroklasse A1
  • oft normal entflammbar
  • einzelne speziell ausgerüstete Produkte können bessere Klassen erreichen
  • materialabhängig
typische Plattendicke bei Innendämmung
  • 25 bis 100 mm
  • 50 bis 120 mm
  • 40 bis 100 mm
  • 20 bis 100 mm
  • bei Hochleistungsdämmstoffen wie Resol teils auch darunter
typischer Einsatzschwerpunkt
  • Schimmelprävention
  • feuchtebelastete oder bauphysikalisch anspruchsvolle Bestandswände
  • diffusionsoffene, kapillaraktive Innendämmung mit vergleichsweise gutem Wärmeschutz
  • ökologische, feuchtevariable Holzbau- und Mauerwerkskonstruktionen
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • platzsparende Dämmung
  • Systeme mit definierter beziehungsweise dampfdichter Ebene

Welche ökologischen Dämmplatten eignen sich für eine nachhaltige Innendämmung?

Für eine möglichst nachhaltige Innendämmung sind insbesondere Holzfaserdämmplatten interessant. Sie werden überwiegend aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt und können nach ihrer Nutzungsdauer je nach Produkt wiederverwertet werden. Kleber, Putze, Beschichtungen und Verunreinigungen können allerdings die Wiederverwertung erschweren. 

Zudem speichert das verwendete Holz während seines Wachstums Kohlenstoff. Dadurch unterscheiden sich Holzfaserplatten deutlich von Dämmstoffen auf Erdölbasis. Aber auch Kalziumsilikat- und Mineralschaumplatten können unter ökologischen Gesichtspunkten eine sinnvolle Wahl sein. Sie bestehen überwiegend aus mineralischen Rohstoffen und sind sehr langlebig, was ihre Umweltbilanz aufwertet. Hartschaumplatten aus Polystyrol oder Polyurethan basieren überwiegend auf fossilen Rohstoffen. Dafür benötigen sie aufgrund ihrer hohen Dämmwirkung häufig weniger Materialstärke. Wer den Schwerpunkt vor allem auf nachwachsende Rohstoffe und eine möglichst natürliche Konstruktion legt, ist also mit Holzfaserdämmplatten in der Regel besser beraten. 

Welche Dämmplatten eignen sich für die Innendämmung im Altbau und bei Fachwerk?

Für eine Innendämmung mit Platten kommen beim Trockenbau im Altbau unter anderem kapillaraktive Klimaplatten infrage, die mit einem geeigneten Spezialkleber vollflächig auf der Wand befestigt werden. Dieses Dämmmaterial kann Feuchtigkeit aufnehmen, zwischenspeichern und wieder an die Raumluft abgeben. Dadurch lässt sich der Feuchtehaushalt der Wand regulieren, was zu einem angenehmen Raumklima beitragen und das Risiko von Schimmelbildung reduzieren kann. Bei solchen diffusionsoffenen und kapillaraktiven Dämmsystemen wird in der Regel auf eine zusätzliche Dampfbremse und andere diffusionsdichte Schichten verzichtet. Bei anderen Dämmstoffen kann eine Dampfbremse dagegen notwendig sein. Entscheidend ist deshalb immer ein auf den vorhandenen Wandaufbau abgestimmtes Dämmsystem, das Feuchteschäden vermeidet und zugleich die Wärmeverluste über die Außenwand reduziert.

Bei Fachwerkhäusern sollte die Innendämmung zusätzlich die Bewegungen des Holztragwerks berücksichtigen. Deshalb werden häufig diffusionsoffene und kapillaraktive Systeme eingesetzt. Holzfaserdämmplatten mit Lehm- oder Kalkputz können Feuchtigkeit regulieren und eignen sich daher besonders für entsprechende Fachwerkkonstruktionen. Achten Sie bei der Innendämmung von Fachwerk immer darauf, dass der Schlagregenschutz intakt ist. Überprüfen Sie dazu die Fugen zwischen Holz und Ausfachung auf Dichtigkeit, bevor Sie die Dämmplatten anbringen oder beauftragen Sie für ein solches Unterfangen einen entsprechenden Fachbetrieb, um sicherzugehen, dass keine Fehler bei der Wärmedämmung entstehen. Denn diese können, wenn sich erst einmal Schimmel gebildet hat, sehr teuer werden. 



Wie dick sollten Dämmplatten für die Innendämmung sein?

In vielen Altbauten sind Platten mit 40 bis 100 Millimetern Dicke üblich. Dünnere Platten verbessern vor allem den Wohnkomfort und die Oberflächentemperatur der Wand, für eine deutlich bessere Energiebilanz sind meist größere Dämmstärken erforderlich. Wie dick Dämmplatten für eine Innendämmung beziehungsweise bei der Dämmung im Trockenbau tatsächlich sein sollten, hängt vor allem vom verwendeten Material, der vorhandenen Außenwand und dem gewünschten Dämmziel ab. Je besser ein Dämmstoff Wärme zurückhält, desto dünner kann die Platte ausfallen. Für einen Wärmedurchlasswiderstand der Dämmung von mindestens 1,0 m²K/W – ein Wert, der bei bestimmten förderfähigen Innendämmungen relevant sein kann – sind ungefähr folgende Plattendicken nötig.

DämmstoffWärmeleitfähigkeitMindestdicke der Dämmplatte
Mineralschaum0,045 W/(mK)etwa 50 mm
Kalziumsilikat0,060 W/(mK)etwa 60 mm
Holzfaser0,040 W/(mK)etwa 40 mm
PUR-Hartschaum0,024 W/(mK)etwa 25 mm

Die genannten Maße beziehen sich nur auf die Dämmplatte. Ob die Außenwand anschließend die gesetzlichen oder förderrechtlichen U-Wert-Anforderungen erfüllt, hängt vom gesamten Wandaufbau ab, also etwa von Wanddicke, Ziegelart, Putz und der tatsächlichen Dämmstoffdicke. Mit wachsender Dämmstärke wird das alte Mauerwerk im Winter kälter. Deshalb müssen Fensterlaibungen, Innenwandanschlüsse, Deckenanschlüsse und die Luftdichtheit sorgfältig geplant werden, damit sich hinter der Dämmung keine Feuchte ansammelt. Eine Fachplanung ist besonders bei feuchtebelastetem Mauerwerk, sichtbaren Schäden, Fachwerk oder denkmalgeschützten Gebäuden wichtig.

Was ist bei der Dämmung einer Dachschräge mit Platten wichtig?

Die Dämmplatten müssen beim Verkleiden einer Dachschräge lückenlos eingebaut werden, damit keine Wärmebrücken entstehen. Bei üblichen Dachaufbauten gehört auf die warme Raumseite eine dauerhaft luftdicht angeschlossene Dampfbremse. Anschlüsse an Wände, Dachfenster sowie Kabel und Rohre müssen außerdem besonders sorgfältig abgedichtet werden, damit keine feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt. Der erforderliche Aufbau hängt dabei immer unter anderem von der Unterspannbahn, der Hinterlüftung, der Aufsparrendämmung und dem konkreten Dachsystem ab.

Wann brauchen Innendämmplatten eine Dampfbremse?

Kalziumsilikatplatten

Kalziumsilikatplatten benötigen bei einer fachgerecht geplanten Innendämmung normalerweise keine separate Dampfbremse. Sie sind stark kapillaraktiv und diffusionsoffen. Gelangt begrenzt Feuchtigkeit in die Konstruktion, können die Platten sie aufnehmen, im Material verteilen und unter geeigneten Bedingungen wieder zur Raumseite austrocknen lassen. Wichtig sind eine vollflächige, hohlraumfreie Verklebung mit dem passenden mineralischen Klebe- und Armierungsmörtel sowie luftdichte Anschlüsse an Fenster, Decken und Innenwände. Kalziumsilikatplatten eignen sich nicht dazu, Feuchteschäden durch aufsteigende Feuchte, Schlagregen oder undichte Leitungen zu überdecken. Solche Ursachen müssen vor der Dämmung behoben sein.

Mineralschaumplatten

Auch Mineralschaumplatten werden in der Regelohne separate Dampfbremse verarbeitet. Sie sind diffusionsoffen und kapillaraktiv. Mineralschaumplatten können begrenzt anfallende Feuchte kapillar aufnehmen, innerhalb ihres Porensystems weiterleiten und die Rücktrocknung zur Raumseite unterstützen. Entscheidend ist, das vom Hersteller freigegebene System vollständig einzuhalten. Die Platten müssen vollflächig verklebt werden, offene Fugen, Hohlräume und luftundichte Randanschlüsse sind zu vermeiden. Eine nachträglich aufgebrachte dichte Beschichtung, etwa eine stark diffusionshemmende Tapete oder Latexfarbe, kann die gewünschte Rücktrocknung deutlich beeinträchtigen.

Holzfaserdämmplatten

Bei Holzfaserdämmplatten lässt sich die Frage nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Ob eine Dampfbremse erforderlich ist, bestimmt das jeweilige Innendämmsystem. Holzfaser ist diffusionsoffen und kann Luftfeuchte zeitweise puffern. Sie ist jedoch nicht automatisch so feuchtetolerant wie Kalziumsilikat oder Mineralschaum. Einige Holzfaser-Systeme nutzen einen dampfbremsenden Putz oder eine Spachtelschicht, andere eine feuchtevariable Dampfbremsbahn auf der Raumseite. Die dampfbremsende Ebene begrenzt den Feuchteeintrag aus der Raumluft, ohne den Wandaufbau vollständig abzudichten. Welche Lösung zulässig ist, hängt unter anderem von Wandaufbau, Schlagregenbeanspruchung, Dämmstärke und den Systemvorgaben des Herstellers ab.

Hartschaumplatten

Bei Hartschaumplatten aus EPS, XPS, PUR oder PIR ist häufig keine zusätzliche Dampfbremse als Folie erforderlich, weil die Dämmplatten selbst, abhängig von Material, Dicke und eventueller Kaschierung, einen hohen Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion aufweisen. Besonders XPS sowie kaschierte PUR- oder PIR-Platten wirken stark dampfbremsend. Die fehlende Folie bedeutet aber nicht, dass auf Luftdichtheit verzichtet werden kann. Plattenstöße, Anschlüsse an angrenzende Bauteile und Durchdringungen müssen dauerhaft dicht ausgeführt werden. Sonst kann warme, feuchte Raumluft hinter die Dämmung gelangen und an der kalten Bestandswand kondensieren. Bei nicht kapillaraktiven Hartschaumsystemen ist eine sorgfältige Feuchteschutzplanung daher besonders wichtig.

Worin liegt der Unterschied zwischen kapillaraktiven Dämmplatten und Systemen mit Dampfbremse?

  • Kapillaraktive Systeme erlauben Feuchtigkeit, in die Konstruktion hinein zu diffundieren. Der Dämmstoff kann anfallende Feuchte kapillar aufnehmen, verteilen und eine Rücktrocknung zur Raumseite unterstützen. Dampfdiffusion in die Wand und kapillarer Rücktransport laufen gleichzeitig entgegengesetzt ab und halten das Feuchteniveau niedrig. Typische Vertreter sind Kalziumsilikatplatten und Mineralschaumplatten. Der Vorteil ist, dass diese Systeme als fehlertolerant gelten und das Raumklima verbessern, weil sie Feuchtespitzen abpuffern.
  • Systeme mit Dampfbremse hemmen den Feuchtetransport auf der Raumseite mechanisch. Eine Folie oder ein beschichtetes Papier mit hohem sd-Wert begrenzt den Wasserdampfeintrag in die Dämmschicht. Diese Konstruktion erfordert eine lückenlose und luftdichte Verlegung. Bereits kleine Beschädigungen oder undichte Anschlüsse können zu Kondensat hinter der Bremse führen. Zudem kann die Wand nach innen nicht mehr austrocknen, was bei schlagregenbeanspruchten Fassaden problematisch sein kann.

Kapillaraktive Innendämmsysteme und Systeme mit Dampfbremse im Vergleich

Merkmalkapillaraktive DämmplattenSysteme mit Dampfbremse
Feuchteschutz
  • nimmt Feuchte auf und gibt sie wieder ab
bremsen die Feuchtigkeit mit Folie oder Bremsebene
Dampfbremse
  • meist nicht nötig
meist erforderlich
Fehleranfälligkeit
  • robust
wegen Luftdichtheit höher
typischer Einsatz
  • Altbau
  • Fachwerk
  • kritische Wände
geplante, luftdichte Konstruktionen


Wie werden kapillaraktive Platten bei der Innendämmung richtig angebracht? [Schritt-für-Schritt-Anleitung]

  1. Schritt – Untergrund vorbereiten: Entfernen Sie alte Tapeten, Putzreste und lose Farbschichten vollständig, um die Wand sauber, trocken und tragfähig zu machen. Vorhandene Feuchtigkeitsschäden müssen vor der Dämmung beseitigt werden.
  2. Schritt – Wand grundieren: Bereiten Sie den Untergrund entsprechend den Vorgaben des verwendeten Systems vor. Eine Grundierung verbessert die Haftung des Klebers und reguliert die Saugfähigkeit des Mauerwerks.
  3. Schritt – Kleber auftragen: Tragen Sie einen kapillaraktiven Klebemörtel vollflächig auf die Rückseite der Dämmplatte auf. Bei Plattensystemen, die vollflächige Verklebung vorsehen, muss der Klebemörtel hohlraumfrei aufgebracht werden.
  4. Schritt – Platten setzen: Drücken Sie die Dämmplatten im Verband von unten nach oben an die Wand. Stöße sollten Sie versetzt anordnen und die Platten bei Bedarf mit einer Handsäge auf Maß schneiden.
  5. Schritt – Anschlüsse abdichten: Führen Sie die Platten an Fensterlaibungen, Deckenübergängen und Innenwandanschlüssen lückenlos heran. Fugen schließen Sie mit dem vom Hersteller vorgegebenen Systembestandteil wie zum Beispiel Klebemörtel.
  6. Schritt – Oberfläche verspachteln und verputzen: Verspachteln Sie die Plattenoberfläche nach dem Aushärten mit einem Armierungsmörtel und Armierungsgewebe. Anschließend tragen Sie einen diffusionsoffenen Innenputz oder eine Silikatfarbe auf.

Holzfaserplatten können je nach Untergrund geklebt, gedübelt, mechanisch befestigt oder in eine Unterkonstruktion eingebaut werden. Bei Fachwerk ist die Befestigung besonders objektspezifisch.

Wie lassen sich Feuchtigkeit und Schimmel bei einer Innendämmung mit Platten vermeiden?

  • vor der Montage alle vorhandenen Feuchtigkeitsquellen beseitigen und aufsteigende Feuchtigkeit, undichte Fugen und mangelnden Schlagregenschutz beheben
  • kapillaraktive Dämmstoffe bevorzugen, wenn die Außenwand Feuchtigkeit von außen aufnimmt
  • auf vollflächigen Kontakt zwischen Platte und Wand achten, damit keine Hinterströmung mit Raumluft entsteht
  • raumseitig einen diffusionsoffenen Putz oder eine Silikatfarbe verwenden, die die kapillare Wirkung der Platten nicht blockiert (dicke Tapeten und Dispersionsfarben sind bei kapillaraktiven Systemen zu vermeiden)
  • regelmäßig lüften, um die relative Luftfeuchtigkeit im Raum dauerhaft niedrig zu halten

Eine Innendämmung senkt die Temperatur des Bestandsmauerwerks. Dadurch kann sich im Übergangsbereich zwischen Dämmung und Wand das Risiko kritischer Feuchte erhöhen, wenn der Aufbau nicht feuchteschutztechnisch geplant ist,

Wie werden Wärmebrücken an Fenstern, Decken und Innenwänden vermieden?

  • Fensterlaibungen: Die Dämmung muss in die Fensterlaibung hineingezogen werden. Dünnere Dämmplatten von 20 bis 30 Millimetern oder Dämmkeile schließen den Übergang zwischen Wandfläche und Fensterrahmen.
  • Decken- und Bodenanschlüsse: An der Decke und am Boden stößt die Innendämmung auf Geschossdecken, die als durchlaufende Wärmebrücken wirken. Ein Dämmstreifen an der Deckenunterseite und am Boden reduziert in manchen Fällen den Wärmeverlust an diesen Punkten. Die erforderliche Breite des Streifens kann man im Rahmen einer Energieberatung anhand einer Wärmebrückenberechnung feststellen.
  • Anschluss an Innenwände: Dort, wo eine ungedämmte Innenwand auf die gedämmte Außenwand trifft, leitet das Mauerwerk Wärme ungehindert nach außen. Ein Dämmkeil oder eine Anschlussdämmung entlang der Innenwand verringert diesen Effekt. Wie weit die Dämmung an der Innenwand entlang geführt werden muss, hängt vom Wandaufbau ab und wird im Rahmen der Wärmebrückenberechnung festgelegt.

Da die detaillierte Planung und fehlerfreie Ausführung der Anschlüsse bauphysikalisch entscheidend sind, sollten Sie diese Arbeiten einem erfahrenen Fachbetrieb überlassen. Nur so lassen sich Feuchteschäden und Schimmelbildung dauerhaft vermeiden.



Was kosten Dämmplatten für die Innendämmung?

KostenpositionPreisspanne pro Quadratmeter
Kalziumsilikatplatten35 bis 150 Euro pro Quadratmeter
Mineralschaumplatten20 bis 60 Euro pro Quadratmeter
Holzfaserdämmplatten10 bis 50 Euro pro Quadratmeter
Hartschaumplatten PUR/PIR10 bis 50 Euro pro Quadratmeter

Die genannten Spannen beziehen sich auf reine Materialpreise der Platten inklusive Mehrwertsteuer. Kosten für Kleber, Putz, Armierung, Dampfbremse, Unterkonstruktion, Anschlussdetails und Handwerkerleistung kommen zusätzlich hinzu.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für die Platten?

  • Dämmstoffart
  • Dämmstärke
  • Wärmeleitfähigkeit
  • Eignung für die Innendämmung
  • Systemzubehör
  • Oberflächen und Verarbeitung
  • Hersteller und Produktqualität
  • Bestellmenge und Bezugsquelle
  • Lieferkosten

Dämmstoffart

Mineralische Platten wie Kalziumsilikat oder Mineralschaum sind meist teurer als einfache Holzfaser- oder EPS-Platten. PUR- und PIR-Hartschaum bietet eine besonders hohe Dämmleistung bei geringer Dicke und kostet deshalb je nach Ausführung ebenfalls mehr.

Dämmstärke

Mit zunehmender Plattendicke steigt der Materialpreis pro Quadratmeter deutlich. Produktions-, Handels- und Versandkosten bleiben aber zum Teil unabhängig von der Dicke.

Wärmeleitfähigkeit

Platten mit einer niedrigeren Wärmeleitfähigkeit dämmen besser. Hochleistungsdämmstoffe wie PUR/PIR oder Resol sind daher pro Quadratmeter oft teurer, können aber bei gleicher Dämmwirkung dünner ausfallen.

Eignung für die Innendämmung

Nicht jede Dämmplatte ist speziell für eine Innendämmung an Außenwänden geeignet. Platten mit bauaufsichtlicher Zulassung, geprüften Systemaufbauten oder speziellen Eigenschaften für Feuchteschutz und Schimmelprävention kosten häufig mehr als Standarddämmplatten.

Systemzubehör

Kapillaraktive, diffusionsoffene Systeme aus Kalziumsilikat oder Mineralschaum benötigen spezielle Klebe-, Armierungs- und Putzmörtel. Bei Hartschaum- oder Mineralwolle-Systemen können Dampfbremse, Klebebänder und luftdichte Anschlüsse zusätzliche Kosten verursachen.

Oberflächen und Verarbeitung

Vorgrundierte, besonders druckfeste, beschichtete, kaschierte oder bereits mit Gipskarton verbundene Dämmplatten sind teurer. Dasselbe gilt für Formteile wie Laibungsplatten, Dämmkeile und Eckelemente. 

Hersteller und Produktqualität

Markenprodukte, geprüfte Systemlösungen und Platten mit besseren technischen Kennwerten kosten häufig mehr als einfache Handelsware oder Restposten. 

Bestellmenge und Bezugsquelle

Baumärkte, Fachhändler, Online-Shops und der Baustoffgroßhandel kalkulieren unterschiedlich. Bei größeren Mengen sinkt meist der Quadratmeterpreis; einzelne Platten oder Kleinmengen sind oft deutlich teurer.

Lieferkosten

Dämmplatten sind voluminös und teils bruchempfindlich. Palettenversand, Mindestbestellwerte und regionale Verfügbarkeit können den Endpreis pro Quadratmeter spürbar verändern.

Welche Vorteile hat ein Fachbetrieb bei der Innendämmung mit Platten?

  • Außenwand und Untergrunds werden fachmännisch überprüft
  • das passende Dämmsystem wird ausgewählt
  • Hohlräume und Luftundichtheiten werden durch eine fachgerechte Ausführung vermieden
  • Anschlüsse werden fachgerecht ausgeführt
  • Wärmebrücken werden berücksichtigt
  • die Planung wird fachgerecht ausgeführt
  • die Gewährleistung ist gesichert

Innendämmung mit Platten: Welche Faktoren beeinflussen die handwerkliche Leistung?

  • Zustand und Vorbereitung der Außenwand
  • Größe, Zuschnitt und Zugänglichkeit der Wandflächen
  • gewähltes Dämmsystem
  • Dämmstoffart und Dämmstoffdicke
  • Fensterlaibungen und Rollladenkästen
  • Anschlüsse an Decken, Innenwände und Sockel
  • Wärmebrücken und flankierende Dämmmaßnahmen
  • Heizkörper, Steckdosen, Leitungen und andere Einbauten
  • Dampfbremse und Luftdichtheitsarbeiten
  • gewünschte Oberflächenqualität (Spachtel-Qualitätsstufen)
  • zusätzliche Vor- und Nebenarbeiten
  • Feuchteschutzplanung und bauphysikalische Nachweise
  • regionale Lohnkosten
  • Anfahrt des Fachbetriebs

Wie hoch sind die Handwerkerkosten 2026? 

Für die reine handwerkliche Ausführung einer Innendämmung mit Platten können Sie mit rund 30 bis 90 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei einfachen, gut vorbereiteten Wandflächen liegt der Lohn eher im unteren Bereich, bei kapillaraktiven Systemen, Trockenbau-Vorsatzschalen oder vielen Anschlussdetails kann er deutlich höher ausfallen.

Wird die Innendämmung mit Platten gefördert?

Das BAFA fördert die Innendämmung als Maßnahme an der Gebäudehülle im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor und ist die Maßnahme darin vorgesehen, kann sich der Fördersatz erhöhen. Für Anträge ab 21. Juli 2026 wird der iSFP-Bonus von fünf Prozentpunkten allerdings erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro je Wohneinheit gewährt und nur auf den darüber liegenden Kostenanteil berechnet. [1] Erkundigen Sie sich daher im Vorfeld gut und denken Sie daran, dass Förderungen nur dann ausgezahlt werden, wenn der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt wurde und die Förderzusage vorliegt. Alternativ stehen oft regionale Förderprogramme sowie ein steuerlicher Handwerkerbonus nach § 35a EStG zur Verfügung, den Sie nutzen können, um die Kosten zu senken. 

SCHON GEWUSST?
Ab 2027 soll der sogenannte Handwerkerbonus bei der Steuer von derzeit 20 auf 15 Prozent sinken. Der Höchstbetrag sinkt damit von 1.200 Euro auf 900 Euro pro Jahr. [2]

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Lassen Sie vor der Innendämmung von einem in die Energieeffizienz-Expertenliste eingetragenen Energieberater die Bestandswand beurteilen, um den passenden Dämmstoff und die richtige Stärke zu bestimmen.
  2. Vermeiden Sie Luftspalten zwischen Dämmplatte und Mauerwerk, weil Feuchtigkeit dort kondensieren und Schimmel verursachen kann.
  3. Behandeln Sie Fensterlaibungen, Deckenanschlüsse und Innenwandanbindungen mit Dämmkeilen oder Anschlussdämmung, um Wärmebrücken zu vermeiden.
  4. Stellen Sie den BAFA-Förderantrag immer vor der Beauftragung des Handwerkers, da eine nachträgliche Antragstellung zum Ausschluss der Förderung führt.
  5. Verwenden Sie auf kapillaraktiven Platten möglichst diffusionsoffene Farben oder Silikatanstriche, um die feuchteregulierende Wirkung nicht zu blockieren.


Fazit

Eine Innendämmung mit Platten verbessert den Wärmeschutz von Außenwänden spürbar und senkt die Heizkosten, wenn eine Außendämmung baulich oder denkmalrechtlich ausscheidet. Kapillaraktive Dämmstoffe wie Kalziumsilikat- oder Mineralschaumplatten können begrenzte Feuchtemengen aufnehmen, kapillar verteilen und die Rücktrocknung zur Raumseite unterstützen. Hartschaumplatten erreichen die beste Dämmleistung pro Zentimeter, bieten aber von sich aus keine Feuchteregulierung. Mit der BAFA-Grundförderung von 15 Prozent können Sie die Kosten spürbar senken, sollten aber gemeinsam mit einem Energieberater den passenden Aufbau  planen und sich so die Förderung sichern.

Innendämmung mit Platten: Häufig gestellte Fragen

Wie viel Wohnfläche geht durch eine Innendämmung verloren?

Wie viel Wohnfläche verloren geht, hängt von der Dämmstärke und der Länge der gedämmten Außenwände ab. Bei einer Dämmung inklusive Putzaufbau von 70 bis 100 Millimetern verringert sich die Raumfläche je laufendem Meter gedämmter Wand um etwa 0,07 bis 0,10 Quadratmeter. Wird in einem Raum beispielsweise eine 4 Meter lange Außenwand gedämmt, gehen rund 0,28 bis 0,40 Quadratmeter Wohnfläche verloren. Bei zwei gedämmten Außenwänden oder einem größeren Raumumfang fällt der Flächenverlust entsprechend höher aus.

Kann eine Innendämmung in Eigenleistung angebracht werden?

Grundsätzlich lassen sich Kalziumsilikatplatten und Mineralschaumplatten auch von handwerklich erfahrenen Laien verkleben. Die Verarbeitung ist vergleichsweise fehlerverzeihend. Bei der BAFA-Förderung werden bei Eigenleistung allerdings nur die Materialkosten bezuschusst und ein Fachunternehmen oder ein Energieberater muss die fachgerechte Ausführung bestätigen. [3]

Lassen sich Innendämmplatten auf feuchtem Mauerwerk anbringen?

Die Wand muss vor der Dämmung mit Platten unbedingt trocken sein. Aufsteigende oder durchschlagende Feuchtigkeit beschädigt auf Dauer jedes Dämmsystem. Die Ursache der Feuchtigkeit ist zuerst zu beseitigen, beispielsweise durch eine Horizontalsperre oder die Instandsetzung des Schlagregenschutzes.

Quellen

[1] „Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle“. Bafa.de, www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html. Zugegriffen 1. Oktober 2026.

[2] „Handwerkerbonus-Kürzung 2027: Verband Wohneigentum warnt“. Wohneigentum.de, 8. September 2026, wohneigentum.de/aktuelles/detail/handwerkerbonus-kuerzung-2027-geplant-doppelte-last-fuer-eigentuemer/. Zugegriffen am 1. Oktober 2026.

[3] Energiewechsel.de, www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Uebersicht/BEG/faq-beg-01-16.html. Zugegriffen 1. Oktober 2026.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone Blaß ist studierte Germanistin, ausgebildete TV-Journalistin und seit Mitte der 1990er Jahre als Journalistin in Radio-, Print- und Online-Redaktionen tätig. Als Senior-Online-Redakteurin bei Trockenbauunternehmen.net berichtet sie fundiert über Trockenbau, Innenausbau, Schallschutz sowie Brand- und Wärmeschutz. Ihre Artikel verbinden sorgfältige Recherche mit eigener Praxiserfahrung als Hauseigentümerin, die die Sanierung und Modernisierung eines über 100 Jahre alten Gebäudes – inklusive Feuchträumen und energetischer Maßnahmen – selbst geplant und begleitet hat. So bietet sie den Lesern verlässliche Informationen und praxisnahe Entscheidungshilfen für einen fachgerechten und nachhaltigen Innenausbau.